„Die Stimmen lügen nicht. Das ist das Schlimmste daran.“
Wer sie ist
Vor dem Untergang war Livia niemand, den man sich merkte — eine Musiklehrerin aus Penzing, die Kindern das Klavier beibrachte und abends Kreuzworträtsel löste. Dann riss der Himmel über dem Arsenal auf, und der erste Hauch aus dem Riss strich über die Stadt wie ein kalter Atem. Die meisten, die er berührte, starben oder wurden zu etwas Schlimmerem. Livia begann, zu hören.
Heute ist sie die Frau, die weiß, wo die Toten liegen, bevor man sie findet — und wo der Boden dünn ist zwischen dieser Welt und der anderen. Ihre Zuflucht braucht sie dafür. Die Apokalypse Gottes will sie dafür verbrennen.
Die Stimmen
Livias Gabe ist ihr Fluch: Jedes Mal, wenn sie die Macht ruft, rückt sie näher an das heran, was durch den Riss drängt. Am Steinhof hat sie ein Höllentor mit bloßem Willen geschlossen — und dafür ein neues Mal bezahlt, das ihr an Schläfe und Hals brennt. Sie kämpft nicht gegen Monster. Sie kämpft gegen die Möglichkeit, selbst eines zu werden.
Blutgespür lässt sie Feinde, Fallen und Risse durch Wände spüren; Nervenstoß zerreißt einem Ziel den Verstand von innen. Beides treibt ihre Belastung — überschreitet sie die Grenze 6, droht der Rückschlag: Ausbrennen, Blutzoll, oder eine neue, bleibende Narbe.
Am Tisch
Zerbrechlich (nur 4 TP), aber entscheidend. Livia ist der Preis-Macht-Charakter: enorme Wirkung, wenn man sie einsetzt — und ein echtes Risiko, sobald man zu gierig wird. Haltet sie hinter der Linie, spart die Gaben für den Moment, der zählt, und wisst: Jeder Wurf könnte sie zeichnen.